Menschenrechte Green Scenery Landraub

Der 4. Februar 2016 war ein schwarzer Tag für die Bauern in Sierra Leone, schreibt die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Green Scenery aus der Hauptstadt Freetown. Ein Gericht des westafrikanischen Staates verdonnerte fünf Mitglieder der lokalen Landbesitzervereinigung MALOA zu fünf, ihren Sprecher zu sechs Monaten Haft.
Ihr angebliches Vergehen: Anstiftung und Verschwörung zur Begehung eines Verbrechens sowie die Zerstörung von 40 Ölpalm-Setzlingen der Firma Socfin Agricultural Company Sierra Leone.
Bereits seit Oktober 2013 wurde gegen die sechs Aktivisten Sima Mattia, Kinnie James Blango, Musa Sellu, Foday Musa, Lahai Sellu und den früheren Parlamentsabgeordneten Shiaka Musa Sama ein inszenierter Schauprozess durchgeführt, so Green Scenery.
Dabei haben die sechs Einwohner nur ihren angestammten Grund und Boden gegen die Landnahmen des europäischen Palmöl-Konzerns SOCFIN verteidigt.
“Die sechs haben nichts Falsches gemacht. Ich kann daher nicht glauben, dass ihnen heute ihre Rechte verweigert wurden. Wie kann man fünf mickrige US-Dollar pro Hektar Land zahlen und erwarten, dass die Menschen nicht dagegen protestieren“, sagt eine Kleinbäuerin, die ihr Land im Distrikt Pujehun an die Firma verloren hat.
Um die Bußgelder der Aktivisten zu begleichen und sie so schnellstmöglich nach Hause zu holen, haben Green Scenery und MALOA eine internationale Spendenkampagne ins Leben gerufen. Damit ist es ihnen bereits gelungen, einen der fünf inhaftierten Männer aus dem Gefängnis zu befreien. Spenden sind weiterhin sehr willkommen, um dem ungerechtfertigten Freiheitsentzug der verbleibenden fünf ein Ende zu setzen.